Die CDU Reichshof stellt die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets Wehnrath als alternativlose Zukunftschance dar. Wir, die Grünen in Reichshof, sehen das differenzierter: Wer über wirtschaftliche Entwicklung spricht, darf die ökologischen Folgen und die finanzielle Belastung der Bürgerinnen und Bürger nicht ausblenden.
Die geplante Fläche in Wehnrath ist kein beliebiges Brachland, sondern Teil eines gewachsenen Naturraums mit Bedeutung für den lokalen Wasserhaushalt, das Kleinklima und die Artenvielfalt vor Ort. Eine Gewerbeflächenerweiterung dieser Größenordnung bedeutet unweigerlich:
Versiegelung von Boden, der heute Regenwasser aufnimmt und Temperaturen reguliert
Verlust von Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, die auf die bestehenden Grün- und Gehölzstrukturen angewiesen sind
zusätzlichen Verkehr mit entsprechenden Lärm- und Schadstoffemissionen
Wo die CDU von „Entwicklung mit Augenmaß" spricht, fehlt uns die konkrete Zusage, dass ökologische Ausgleichsflächen in echtem Umfang und nicht nur auf dem Papier geschaffen werden. Ein Bekenntnis zu Umweltschutz, das erst nach der Standortentscheidung folgt, kommt zu spät.
Für die Menschen, die in Wehnrath und Sinspert leben, ist diese Erweiterung keine abstrakte Wirtschaftsstatistik, sondern ein direkter Eingriff in ihren Alltag. Mehr Verkehr, mehr Lärm, weniger Grünflächen vor der eigenen Haustür – das sind reale Einbußen an Lebensqualität, die vor allem die Anwohnerinnen und Anwohner dieser beiden Ortschaften zu tragen haben, während der wirtschaftliche Nutzen breiter über die Gemeinde verteilt wird. Vorzunehmende Ausgleichsmaßnahmen sollten ortsnah erfolgen. Eine „faire Chance" für neue Unternehmen darf nicht zulasten der Lebensqualität derjenigen gehen, die bereits vor Ort wohnen.
Besonders kritisch sehen wir die Finanzierungsfrage. Die geplante Erweiterung wird auf 5 bis 6 Millionen Euro veranschlagt. Die CDU bleibt in ihrem Papier auffällig vage, woher dieses Geld kommen soll. Wir fordern Klarheit – und eine klare Haltung:
Die Kosten dürfen nicht erneut über die Grundsteuer B auf die Bürgerinnen und Bürger abgewälzt werden.
Es kann nicht sein, dass eine Erweiterung, die in erster Linie ansässigen und neuen Unternehmen zugutekommt, am Ende von allen Reichshoferinnen und Reichshofern über ihre Grundsteuer mitfinanziert wird. Wer von der Gewerbeflächenentwicklung wirtschaftlich profitiert, muss auch an ihrer Finanzierung beteiligt werden. Wir plädieren daher für eine vollständige Finanzierung über die Gewerbesteuer – nicht über die private Wohnbevölkerung.
Nicht zuletzt muss an dieser Stelle ein Punkt offen angesprochen werden, den die CDU in ihrem Bericht ausspart: Die letzte Erweiterung des Gewerbegebiets belastet den Haushalt der Gemeinde Reichshof bis heute. Bevor über eine weitere, noch größere Erweiterung gesprochen wird, muss zunächst ehrlich Bilanz gezogen werden – welche Kosten sind aus dem letzten Projekt tatsächlich entstanden, welche Einnahmen stehen dem gegenüber, und was bedeutet das für die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde? Ohne diese Aufarbeitung ist jede neue Kostenschätzung mit Vorsicht zu genießen.
Wirtschaftliche Entwicklung und ökologische Verantwortung schließen sich nicht aus – aber sie müssen in dieser Reihenfolge gedacht werden: Zuerst die Frage, was unser Ökosystem und unsere Lebensqualität verträgt, dann die Frage nach der Fläche. Und bei der Finanzierung gilt für uns: Wer profitiert, der zahlt – nicht die Bürgerinnen und Bürger über die Grundsteuer.
Ihre Grünen Reichshof
Auf der Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 25. Juni 2026, haben die Mitglieder des Ortsverbands Reichshof von Bündnis 90/Die Grünen einen neuen Vorstand gewählt.
Für die kommende Amtssperiode wurden Oliver Becker und Beate Mauelshagen zu OrtssprecherInnen gewählt. Der bisherige Kassierer Jürgen Barth wurde in seinem Amt bestätigt. "Wir starten motiviert in die neue Amtszeit. Unser Ziel ist es, grüne Werte fest in der Mitte der Gesellschaft zu verankern und gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern an einer lebenswerten und zukunftsfähigen Gemeinde Reichshof zu arbeiten." erklärten die neuen Ortssprecher.
Der neue Vorstand wird seine Arbeit unmittelbar aufnehmen und die politische sowie projektbezogene Arbeit in Reichshof und der Region engagiert fortführen. Im Mittelpunkt stehen dabei eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts vor Ort.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Reichshof,
das Umfeld, in dem sich unsere Gemeinde bewegt, bleibt von erheblichen Herausforderungen geprägt. Internationale Entwicklungen wirken längst bis in die kommunale Ebene hinein: Die geopolitische Lage ist angespannt, politische Unsicherheiten in den Vereinigten Staaten und Russland beeinflussen die wirtschaftliche Stabilität, und China ist zu einem globalen Machtfaktor geworden, der auch für Europa neue Rahmenbedingungen setzt. Zugleich erleben wir innerhalb der Europäischen Union eine deutliche Verschiebung politischer Kräfte.
Gleichzeitig wächst der Druck, ökologische und soziale Standards infrage zu stellen. Unter dem Vorwand wirtschaftlicher Zwänge werden Umweltauflagen, Arbeitnehmerrechte und soziale Sicherungssysteme zunehmend als Belastung dargestellt. Dabei sind sie zentrale Grundlagen für Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
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(jb) Die Grüne Fraktion wird auch weiterhin keine Zusammenarbeit mit der AfD aufnehmen. Diese Entscheidung beruht nicht auf parteitaktischen Erwägungen, sondern auf inhaltlichen, demokratischen und gesellschaftlichen Gründen.
Die AfD vertritt an vielen Stellen Positionen, die im direkten Widerspruch zu unseren Grundwerten stehen: Menschenwürde, Gleichberechtigung, Respekt gegenüber Minderheiten, ein solidarisches Miteinander und eine klare Haltung gegen jede Form von extremistischen oder diskriminierenden Tendenzen. Zahlreiche Aussagen und politische Vorstöße der AfD zeigen, dass sie diese Werte nicht teilt und häufig sogar aktiv infrage stellt.
Eine Zusammenarbeit würde bedeuten, diesen Positionen Legitimität zu verschaffen und Grenzen zu verschieben, die für uns in einer demokratischen, offenen Gesellschaft unverrückbar sind. Wir tragen Verantwortung für unseren Ort, unsere Bürgerinnen und Bürger und für ein politisches Klima, das auf Respekt und demokratischem Miteinander beruht. Dazu gehört auch, sich klar von Kräften abzugrenzen, die diese Grundlagen wiederholt beschädigen.
Unsere Fraktion ist selbstverständlich offen für sachliche Diskussionen und konstruktive Kooperation mit allen demokratischen Parteien. Die AfD zählt aufgrund ihrer Inhalte, ihres Auftretens und ihrer politischen Praxis nicht dazu.
Aus diesen Gründen werden wir auf Anfragen der AfD nicht eingehen und auch zukünftig keine gemeinsame Arbeit an Initiativen, Anträgen oder Projekten verfolgen.
Reichshof, 9. Juni 2025 – Die geplanten drastischen Erhöhungen des Hebesatzes für die Grundsteuer B von derzeit 785 Punkten auf 985 Punkte im Jahr 2026 und sogar 1149 Punkte im Jahr 2027 stoßen bei den Grünen Reichshof auf massiven Widerstand. Die Partei warnt eindringlich vor einer „unzumutbaren und untragbaren Mehrbelastung“ für private Haushalte und Eigentümer und fordert den Gemeinderat auf, diese Pläne umgehend zurückzunehmen.
Die Kernfraktion Bündnis 90/Die Grünen Reichshof hat in ihrer gestrigen Sitzung Herrn Jürgen Barth als neuen Vorsitzenden gewählt. Zum Stellvertreter wurde Herr Uwe Hoffmann gewählt.
Jürgen Barth löst Christine Brach ab. Er dankte Frau Brach für das Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz in den letzten Jahren.
„Wir wünschen uns ein konstruktives Miteinander innerhalb der Gesamtfraktion und sollten gemeinsam die Dinge angehen. Wir brauchen ein positives Miteinander um auch den anstehenden Wahlkampf gut zu bestehen, dies wird schwierig genug in der aktuellen pandemischen Lage. Diese wird uns sicher auch noch länger begleiten und schränkt das Miteinander schon sehr ein und wird auch für anstehende Aktionen zusätzliche Schwierigkeiten bereiten.“ so Jürgen Barth nach seiner Wahl.
Beate Mauelshagen, ebenfalls Ratsmitglied für die Reichshofer Grünen ergänzt:
„Wichtig für uns alle ist es doch eine grünere Politik im Reichshof zu machen und unsere Gemeinde in diesem Sinne zu verändern.“
Weitere infos finden Sie unter Fraktion
Die großen deutschen Umweltverbände haben eine Initiative zum Erhalt der Artenvielfalt gestartet. Vor dem Landtag postulierten BUND, NABU und LNU Ende Juli trotz der Corona Einschränkungen ihre Forderungen.
Unterstützt werden sie von einem breiten Bündnis an Organisationen, unter anderem auch von den Grünen NRW
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